Frankfurt liest sich abends anders als tagsüber. Wenn die Bürotürme leer werden und ihr Licht trotzdem anbleibt, bekommt diese Stadt eine Ruhe, die ich sehr mag. Ich verbringe hier die meisten meiner Abende – und ich habe gelernt, dass der Ort, an dem ein Abend beginnt, seinen ganzen weiteren Verlauf prägt.
Warum der erste Ort den Ton setzt
Ein erstes Treffen braucht keinen aufwendigen Rahmen. Es braucht einen, in dem man sich nicht beobachtet fühlt. Wo man nicht lauter sprechen muss, um verstanden zu werden, und wo niemand nach zwanzig Minuten die Rechnung bringt. Wenn diese drei Dinge stimmen, entsteht der Rest von selbst. Deshalb kümmere ich mich um den Anfang eines Abends meist gründlicher als um alles, was danach kommt.
Fünf Anfänge, die ich mag
- Eine Bar über den Dächern des Bankenviertels. Wenig entspannt so zuverlässig wie Höhe. Man sitzt, schaut hinaus und muss die erste Viertelstunde gar nicht viel sagen – ideal, wenn wir uns noch nicht kennen.
- Das Museumsufer in der Dämmerung. Ein kurzer Weg am Main, vielleicht über den Eisernen Steg, bevor wir uns setzen. Zwanzig Minuten zu Fuß nehmen jedem ersten Treffen die Steifheit.
- Ein kleiner Tisch im Westend. Ruhige Straßen, gute Küche, Gäste, die mit sich selbst beschäftigt sind. Meine erste Wahl, wenn Du in Frankfurt arbeitest und niemandem begegnen möchtest.
- Die Alte Oper – und die Stunde danach. Ein Konzert schenkt uns ein Thema und einen ganz natürlichen Übergang in den späteren Abend. Für mich immer noch der eleganteste Einstieg, den diese Stadt zu bieten hat.
- Die feine Seite von Sachsenhausen. Nicht die Apfelweinlokale, sondern die kleinen Restaurants rund um die Schweizer Straße. Unauffällig, warm – und man kann danach einfach weiterlaufen.
Und wo ich einen Abend lieber nicht beginne
Es gibt zwei Dinge, die einen guten Anfang zuverlässig verhindern. Das erste ist Lautstärke. In einem Lokal, in dem man sich über den Tisch beugen muss, entsteht keine Vertrautheit, sondern nur Anstrengung. Das zweite sind Orte, an denen gesehen werden zum Konzept gehört – die langen Gemeinschaftstische, die offenen Terrassen an einer belebten Straße, die Bars, in denen sich abends halb Frankfurt begrüßt. Ich mag solche Orte durchaus, nur nicht am Anfang und nicht mit jemandem, der Diskretion braucht.
Die Jahreszeit spielt dabei mehr mit, als man denkt. Von Mai bis September beginne ich Abende gerne draußen und am Wasser, im Winter fast ausschließlich drinnen, in kleinen Räumen mit warmem Licht. Frankfurt ist im November eine andere Stadt als im Juni – und es lohnt sich, das beim Planen ernst zu nehmen.
Wenn Du magst, wähle ich
Viele meiner Gäste sind für einige Tage geschäftlich in Frankfurt und haben abends keine Lust, noch eine weitere Entscheidung zu treffen. Dann sag mir einfach, wie Dein Tag war und wonach Dir ist – ruhig oder lebendig, drinnen oder draußen. Ich schlage Dir zwei Möglichkeiten vor und reserviere.
Was ich für eine Anfrage brauche, steht auf meiner Seite zur Buchung. Und wie ich mich in solchen Häusern bewege, habe ich unter Etikette beschrieben. Der Rest ist dann wirklich nur noch Abend.